Best-Practice-Beispiele: Jugendklimaräte

Wie sind Jugendklimaräte in Kommunen organisiert, wie arbeiten sie mit Verwaltung und Politik zusammen und welche Projekte setzen sie um? Die Best-Practice-Beispiele geben Einblicke in die Praxis vor Ort, zeigen unterschiedliche Wege der Umsetzung und geben Anregungen für eigene Wege der Jugendbeteiligung.
JKR Bremerhaven JKR Hückeswagen
Jugendparlament Göttingen

Kurzprofil

Jugendklimarat Bremerhaven

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Steckbrief Jugendklimarat Bremerhaven
Beteiligungsformat
Jugendklimarat Bremerhaven (JKR)
Gegründet
2014; konstituierende Sitzung am 25. März
Aktive Mitglieder
etwa 4 bis 8 Jugendliche im festen Kern 
Altersgruppe
12 bis 25 Jahre; Schüler*innen, Auszubildende und Studierende
Ansprechstelle
Klimastadtbüro des Umweltschutzamts Bremerhaven
  • Der JKR ist beim Klimastadtbüro verankert und Teil eines klimapolitischen Arbeitsprogramms. Eine eigene Geschäftsordnung strukturiert die Arbeit.
  • Treffen alle zwei Wochen im Haus der Jugend; der JKR hat dort einen eigenen Gruppenraum.
  • Die Geschäftsstelle begleitet organisatorisch und fachlich, unterstützt bei Projekten und vermittelt zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Politik. 
  • Seit 2015 hat der JKR ein Beratungsrecht im Bau- und Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Die Jugendlichen können dort eigene Vorschläge und Forderungen einbringen.
  • Der JKR nimmt außerdem an öffentlichen Sitzungen und Veranstaltungen teil und tauscht sich mit Politik und Verwaltung aus.
  • Für eigene Projekte stehen jährlich 8.000 Euro zur Verfügung. Über Ideen und Einsatz des Budgets entscheiden die Jugendlichen; die Geschäftsstelle unterstützt bei der Umsetzung. 
  • Schwerpunkte: Klimaschutz und Nachhaltigkeit, insbesondere nachhaltige Mobilität, Biodiversität, Klimaschutzkommunikation und die Beteiligung junger Menschen.
  • Projekte und Aktionen: Repair-Café, Begrünungs- und Baumpflanzaktionen, Tauschaktion gegen Plastiktüten, Bienenprojekt, Podiumsdiskussionen zur Kommunalwahl sowie Aktivitäten zu Mobilität und Bike-Sharing.
  • Zuletzt unter anderem eine Mobilitätsbefragung bei der SAIL 2025 und ein Podcast-Workshop mit der Stadtbibliothek 2026.
  • Besonderer Erfolg: Auszeichnung 2020 im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ mit dem Sonderpreis „Kommune und Jugend gemeinsam klimaaktiv“. 
  • Ansprache über Schulen, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Instagram; die Zusammenarbeit mit Bremerhavener Schulen soll weiter ausgebaut werden.
  • Jugendliche motiviert besonders, eigene Themen zu setzen, konkrete Projekte umzusetzen und ihre Positionen direkt in die Kommunalpolitik einzubringen. 
  • Zusammenarbeit unter anderem mit dem Stadtjugendring sowie Akteur*innen aus Jugend, Bildung, Klima und Nachhaltigkeit.
  • Besonders hilfreich sind die dauerhafte Verankerung in der Kommune, eine feste Geschäftsstelle, ein eigener Projektetat und verbindliche Beteiligungsrechte.
  • Die Jugendlichen geben die inhaltlichen Impulse; die Geschäftsstelle unterstützt bei Organisation und Umsetzung.
  • Der JKR entstand auf Grundlage von Jugend- und Schüler*innen­konferenzen, bei denen Jugendliche ihre Vorstellungen zur Beteiligung einbringen konnten. So wurde das Format von Beginn an gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelt.
  • Innerhalb des JKR werden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und Projekte gemeinsam umgesetzt. Die Mischung verschiedener Altersgruppen ermöglicht zudem, Erfahrungen weiterzugeben. 
  • Der JKR bringt junge Perspektiven früh in kommunale Klimathemen und Entscheidungsprozesse ein. Jugendliche erleben unmittelbar, wie sie die Kommunalpolitik mitgestalten können; die Kommune gewinnt zusätzliche Ideen und Sichtweisen.
  • Tipp: Jugendliche nicht nur anhören, sondern ihnen verlässliche Wege zur Mitgestaltung eröffnen – und zugleich Freiraum für eigene Themen und Projekte lassen. Gute Beteiligungsstrukturen brauchen Zeit und kontinuierliche Weiterentwicklung. 


Kurzprofil

Jugendklimarat Hückeswagen

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Kurzprofil JKR Hückeswagen
Beteiligungsformat
Jugendklimarat Hückeswagen
Gegründet
2026 
Aktive Mitglieder
3
Altersgruppe
11 bis 26 Jahre
Ansprechstelle
Sven Fischer, Klimaschutzmanagement
  • Der Jugendklimarat ist im Klimaschutzmanagement der Verwaltung verankert und hat nach eigener Einschätzung einen guten Draht zum Bürgermeister.
  • Die Treffen finden im Jugendzentrum statt. Personell begleitet wird der JKR durch das Klimaschutzmanagement und die Leitung des Jugendzentrums.
  • Regelmäßiger Austausch und gemeinsames Zusammenkommen sind besonders wichtig. 
  • Der JKR steht im Austausch mit dem Klimabeirat; eine Beteiligung im Umweltausschuss ist künftig vorgesehen.
  • Die Finanzierung ist unterschiedlich und erfolgt über Förderprogramme sowie den Klimaschutzhaushalt.
  • Die Themen richten sich nach dem aktuellen Bedarf. Dazu gehören Wärmewende, Mobilität, Abfall und Renaturierung.
  • Aktuelles Projekt: „Kippengeister“. Umgestaltete Milchtüten werden an stark frequentierten Orten aufgehängt, damit Passant*innen ihre Zigarettenstummel dort statt in der Natur entsorgen. Nach einer Auswertung der gesammelten Kippen sollen an besonders genutzten Standorten öffentliche Aschenbecher aufgestellt werden.
  • So verbindet das Projekt Beobachtung und konkretes Handeln: Der JKR wertet aus, die Stadt kann reagieren – und Bürger*innen sowie Natur profitieren.
  • Besonders stolz ist der JKR darauf, sich als Gruppe gefunden zu haben und gemeinsam an zukunftsrelevanten Themen zu arbeiten. 
  • Der JKR wirbt an Schulen und über soziale Medien um neue Mitglieder.
  • Jugendliche zu erreichen ist derzeit nicht einfach. Der Rat möchte dennoch dranbleiben und Klimaschutzthemen mit Freude, Gemeinschaft und einem spürbaren gemeinnützigen Nutzen verbinden.
  • Für die Zukunft sind weitere Ansprachewege über Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), größere Aktionen, Austausch und Partnerschaften geplant. 
  • Hilfreiche Partner*innen sind Schulen, die Verwaltung und engagierte Bürger*innen der Stadt.
  • Hilfreich für den Aufbau war der Kick-off-Workshop mit co2online und intensive Öffentlichkeitsarbeit.
  • Die Zusammenarbeit ist konstruktiv und sehr freundlich. Regelmäßiger Austausch und gemeinsames Zusammenkommen sollen gestärkt werden. 
  • Projekte machen Engagement vor Ort sichtbar, beziehen junge Menschen ein und stärken die Demokratie.
  • Tipp: Dranbleiben, auch wenn es manchmal zäh ist.

Kurzprofil

Jugendparlament Göttingen mit Arbeitsgruppe Klima

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Steckbrief Jugendparlament Göttingen
Beteiligungsformat
Jugendparlament, Arbeitsgruppe Klimaprojekt
Gegründet
2020
Aktive Mitglieder
31
Altersgruppe
12 bis 18 Jahre
Ansprechstelle
Kerstin Jäger-Hartmann, Fachdienst Jugendförderung, Geschäftsstelle Jugendparlament
  • Das Jugendparlament ist ein Gremium der Stadt Göttingen, es finden alle 2 Jahre Wahlen statt und wird durch eine Geschäftsstelle unterstützt.
  • Mindestens einmal im Monat findet eine Sitzung im Ratssaals des neuen Rathauses statt. Die Arbeitsgruppe trifft sich nach Bedarf. 
  • Die Jugendlichen haben Rede- und Antragsrecht in allen Ausschüssen der Stadt Göttingen, Anträge an den Rat können jederzeit gestellt werden.
  • Es gibt ein festes Budget im Haushaltsplan der Stadt Göttingen. 
  • Projekte und Aktionen: Kunstcamp in den Herbstferien, Klimaprojekt Bäume pflanzen, Vernetzungsarbeit national und international
  • Besonderer Erfolg: Sommerempfang 2026 mit Politiker*innen aus dem Stadtrat, Landtag und vielen Jugendlichen
  • Über Instagram - gute Öffentlichkeitsarbeit auch in den Schulen - konkrete Projekte motivieren zur Mitarbeit
  • Die Umsetzung der Pläne führt zu Akzeptanz.
  • Begeisterte Jugendliche bringen weitere Freund*innen mit.
  • Bisher gab es keinen konkreten Kooperationen oder Partner*innen.
  • Feste Strukturen wie Z.B. Satzung, Geschäftsordnung, Ratsbeschluss zur Gründung des JuPa, sowie regelmäßige Wahlen und Austausch mit den Politiker*innen hat sich bewährt.
  • Aus den Reihen ehemaliger Jugendparlamentarier wurden schon einige Nachwuchspolitiker*innen generiert.
  • Das Gemeinde- bzw. Stadtleben wird präsenter bei den Jugendlichen und die Akzeptanz der politischen Arbeit steigt.
  • Tipp: Das Jugendparlament braucht Jugendliche, die sich engagieren möchten - das ist der Beginn. Wenn diese Jugendlichen gefunden sind, sollte die Kommune die entsprechenden Strukturen schaffen.